
Die deutschen Architekten Julian Krüger und Benjamin Kemper haben mit Digital House ein innovatives Mikrohaus geschaffen, das in einem Waldgrundstück in Norddeutschland steht. Das Projekt zeichnet sich durch seine nachhaltige Bauweise, seine Demontierbarkeit und die komplett werkzeugfreie Montage ohne Schrauben oder Nägel aus.

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Ein Baukastensystem ohne traditionelle Werkzeuge

Die Tragstruktur basiert auf präzise CNC-gefrästen Sperrholzplatten (24 mm dick), die durch kreuzförmige Steckverbindungen zusammengefügt werden. Dieses „Plug-in“-System ermöglicht es, das Haus von nur zwei Personen schnell und ohne schweres Werkzeug aufzubauen.
Das Ziel, so Architekt Benjamin Kemper, war es, ein nachhaltiges und wiederverwendbares Bausystem zu entwickeln, das gleichzeitig kosteneffizient ist und die Bauzeit reduziert.
Fassade aus recyceltem Aluminium
Die Außenhülle des Digital House besteht aus gewellten Bändern aus recyceltem Aluminium. Diese lasergeschnittenen Platten greifen in eine Unterkonstruktion und erzeugen eine lebendige, strukturierte Oberfläche. Zwischen der Holzkonstruktion und der Metallfassade sorgt eine natürliche Holzfaser-Dämmung für Wärmeschutz.
Die Architekten betonen, dass die Wahl von Recycling-Aluminium den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen erheblich reduziert. Laut der European Aluminium Association benötigt das Recycling von Aluminium bis zu 95 % weniger Energie als die Primärproduktion.

Warmes, offenes Innenleben
Im Inneren überrascht das Mikrohaus mit einer offenen Raumaufteilung, verkleidet mit Kiefernholz-Paneelen. Zwei Fenster lassen Tageslicht einfallen und schaffen trotz der kompakten Grundfläche eine freundliche, helle Atmosphäre.

Darüber hinaus entwickeln Krüger und Kemper eine digitale App, mit der Nutzer Grundriss, Dachform und Fenster individuell konfigurieren können. Die Software liefert auch Kostenschätzungen für die Herstellung und den Transport der Bauteile.

Ein Modell für die Zukunft des Bauens
Mit Digital House setzen die Architekten ein starkes Zeichen für die Zukunft des nachhaltigen Bauens: Vorfertigung, werkzeugfreier Aufbau und Wiederverwendung von Materialien bilden hier den Kern der Innovation.




